Vorschau 2017/18

Die Schönheit der Natur
im Großen und im Kleinen

 

 

In ihren Landschaftsgemälden stellen Fritz und Hermine Overbeck immer wieder die Schönheit der Natur in den Mittelpunkt. Bis heute bietet ihr Werk damit einen Anknüpfungspunkt auch für andere künstlerische Positionen. So zeigt das Overbeck-Museum in der kommenden Saison die Bilder des Worpsweder Malerehepaares in ganz unterschiedlichen Gegenüberstellungen: zum Beispiel mit Fotografie oder zeitgenössischer Kunst. Hier eröffnen sich neue Blickweisen, und es wird einmal mehr deutlich, dass das Thema „Landschaft“ in der Kunst bis heute nichts an Aktualität verloren hat.

Vom 16. Juli bis zum 1. Oktober 2017 zeigt die Ausstellung „Geahnte Horizonte“ die Landschaftsgemälde des zeitgenössischen Düsseldorfer Malers Conrad Sevens im Vergleich mit Werken von Fritz und Hermine Overbeck. Im Anschluss bleibt das Overbeck-Museum aufgrund von Sanierungsmaßnahmen vom 2. Oktober bis 11. November 2017 geschlossen. Vom 12. November 2017 bis 28. Januar 2018 ist dann mit Jost Wischnewski ein Fotograf in den Räumen des Overbeck-Museums zu Gast: Unter dem Titel „Abbau – Interpretation einer Wirtschaftslandschaft“ werden Fotografien präsentiert, die die Torfabbauflächen rings um Worpswede heute und in Gegenüberstellung zu den Gemälden Fritz und Hermine Overbecks zeigen. Vom 11. Februar bis 22. April 2018 präsentiert die Worpsweder Malerin Birte Hölscher ihre Landschaftsgemälde und Fotografien im Overbeck-Museum. Oftmals an der Grenze zur Abstraktion, gibt die Künstlerin in der Ausstellung „Himmel | Erde | Himmel“ doch präzise die Atmosphäre der Worpsweder Landschaft wieder und knüpft zugleich an die Gemälde und Fotografien Hermine Overbeck-Rohtes an. Aber nicht nur Worpswede, auch die weite Schleswig-Holsteinische Landschaft hat viele Malerinnen und Maler inspiriert: Mit Matthias Jarren ist vom 6. Mai bis 8. Juli 2018 ein Künstler im Overbeck-Museum zu Gast, dessen lichtdurchflutete „Holsteinische Impressionen“ dazu einladen, die Farben des Nordens zu genießen. Vom 22. Juli bis 14. Oktober 2018 präsentieren schließlich vier zeitgenössische Künstlerinnen ihre Arbeiten zur Pflanzenwelt in all ihren filigranen Details. Die Ausstellung „Die Schönheit im Kleinen“ vereint Aquarellzeichnungen von Hermine Overbeck-Rohte mit Werken von Akkela Dienstbier, Angelica Jerzewski, Elke Markopoulos und Katrin Ullmann.
 

Die Ausstellungen im Überblick:

16. Juli bis 1. Oktober 2017
Geahnte Horizonte

Conrad Sevens

Der Maler Conrad Sevens lotet in seinen Werken den Grenzbereich zwischen Abstraktion und Landschaftsmalerei aus. Dabei zeigt sich die Schönheit einer auf ihre Essenz reduzierten Natur. Von einem rätselhaften Leuchten durchdrungen, erscheinen die Bilder wie Seelenlandschaften: entrückt und empfindsam, ruhig und doch fließend, transparent und dennoch undurchdringlich. Die Tiefe und Vieldeutigkeit seelischer Stimmungen materialisiert sich in Farbe und Form: Die Konturen sind nebelverhangen, der Horizont ist allenfalls erahnbar. Seinen Werken werden in der Ausstellung ausgewählte Arbeiten von Fritz und Hermine Overbeck gegenübergestellt, die ebenfalls die geradezu hypnotische Weite und Ruhe menschenleerer Landschaften thematisieren.
 

Wegen Sanierung bleibt das Overbeck-Museum vom 2. Oktober bis 11. November 2017 geschlossen!

12. November 2017 bis 28. Januar 2018
ABBAU

Interpretation einer Wirtschafslandschaft

Der Worpsweder Fotograf Jost Wischnewski wagt einen neuen Blick auf das Teufelsmoor – auf jene Landschaft, die vor über 100 Jahren von Malern wie Fritz Overbeck, Otto Modersohn oder Heinrich Vogeler zu einer spätromantischen Sehnsuchtslandschaft verklärt wurde. Dabei war das Teufelsmoor auch damals schon durch den Torfstich gezeichnet: Zeugnisse einer wirtschaftlichen Nutzung, die bis heute das Landschaftsbild dominiert. In seinen aufmerksamen Bildkompositionen dokumentiert Wischnewski die Spuren der Veränderung, die der Torfabbau in die über Jahrtausende gewachsene Landschaft einschreibt, und entfaltet zugleich eine Ästhetik der Langsamkeit. Den Fotografien werden Gemälde von Fritz und Hermine Overbeck gegenübergestellt, die vor mehr als 100 Jahren aus denselben Motiven ihre Inspiration schöpften.
 

11. Februar bis 22. April 2018
Himmel | Erde | Himmel

Birte Hölscher

Die Künstlerin Birte Hölscher lebt und arbeitet in Worpswede. In ihren Gemälden greift sie das Erbe der Künstlerkolonie auf, ohne nachzuahmen. Sie erarbeitet sich vielmehr einen eigenen Standpunkt, indem sie das Teufelsmoor, seine Birken und Moorkanäle in eigene Bilder bannt. Die Farben und Strukturen der sie umgebenden Landschaft inspirieren Birte Hölscher zu oftmals abstrakten Gemälden, die ihren Bezug zur Natur dennoch nie verleugnen. Aber auch als Fotografin nähert sie die Künstlerin ihren Motiven. Sie steht damit in direkter Verbindung zu Hermine Overbeck-Rohte, die mehr als 100 Jahre zuvor ebenfalls als Malerin und Fotografin die Landschaft erkundete. In der Gegenüberstellung der Arbeiten dieser beiden Künstlerinnen entsteht ein faszinierender Dialog zwischen der Worpsweder Kunst damals und der Worpsweder Kunst heute.
 

6. Mai bis 8. Juli 2018
Holsteinische Impressionen

Matthias Jarren

Die weite Landschaft Schleswig-Holsteins hat zahllose Malerinnen und Maler inspiriert. Einer von ihnen ist Matthias Jarren (1872-1960). Er war Zeitgenosse von Fritz und Hermine Overbeck und ebenfalls Freilichtmaler. Seine leuchtenden, impressionistischen Landschaften fangen das besondere nordische Licht, die Schönheit ländlicher Abgeschiedenheit und die Weite von Marsch und Geest ein. In der Zusammenstellung mit Werken des Worpsweder Malerpaares Fritz und Hermine Overbeck lädt die Ausstellung dazu ein, in der Schönheit norddeutscher Landschaften zu schwelgen.
 

22. Juli bis 14. Oktober 2018
Die Schönheit im Kleinen

Pflanzenzeichnungen und -fotografien

Fünf Künstlerinnen widmen ihr Augenmerk der Pflanzenwelt in all ihren filigranen Details: Während Hermine Overbeck-Rohte ihre aquarellierten Pflanzenzeichnungen in den 1930er Jahren zur Illustration eines naturwissenschaftlichen Buches anfertigte, nähert sich die Schweizer Malerin Katrin Ullmann den Pflanzen aus rein künstlerischen Motiven und doch mit einer vergleichbaren Präzision. Angelica Jerzewski fotografiert einzelne Pflanzenteile im Gegenlicht und öffnet damit den Blick für einen meist unbeachteten Mikrokosmos. Elke Markopoulos kombiniert die Kamera mit dem Mikroskop und erarbeitet so ästhetische Strukturen aus der Natur, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben. Aber auch pflanzliches Material fließt in ihre Arbeit ein. Akkela Dienstbier arbeitet ebenfalls mit getrockneten Pflanzen – sie kombiniert diese mit Malerei, Zeichnungen und Fotografie und verarbeitet sie zu überraschenden Buchinstallationen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Conrad Sevens: à l'infini

 

 

 

 

 

Jost Wischnewski: Ohne Titel

 

 

  

 

Birte Hölscher: Winterfluss

 

   

 

Matthias Jarren: Kornmühle bei Kollmoor

 

Hermine Overbeck-Rohte: Pflanzenzeichnung