Das Overbeck-Museum

Das Malerpaar

Das Overbeck-Museum zeigt Werke des Worpsweder Malerpaares Fritz und Hermine Overbeck. Landschaftsgemälde aus ihren Wohnorten Worpswede und Bremen-Vegesack, sowie Motive von der Nordseeküste und den Schweizer Bergen bilden den Schwerpunkt.
Hinzu kommen Stillleben und Pflanzenzeichnungen. Das breite Spektrum ihres Schaffens umfasst Ölgemälde und Radierungen, Aquarelle und Zeichnungen.

Die Ausstellungen

Vierteljährlich wechselnde Ausstellungen geben Einblick in die ganze Vielfalt des künstlerischen Nachlasses von Fritz und Hermine Overbeck. Darüber hinaus werden Arbeiten anderer, auch zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Diese wechselnden Gegenüberstellungen ermöglichen neue Sichtweisen auf das Werk von Fritz und Hermine Overbeck. Ein Schwerpunkt liegt auf der Landschaftskunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute.

Das Programm

Ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm lädt dazu ein, sich mit allen Sinnen in die Kunst von Fritz und Hermine Overbeck zu vertiefen.
Führungen durch die Ausstellung, Kurzvorträge zum „Bild des Monats“, Lesungen, Kunstreisen und ein breites museumspädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche eröffnen immer neue Zugänge zu ihrem Leben und Werk.

Fritz und Hermine Overbeck

Fritz Overbeck

Fritz Overbeck (1869 – 1909) wurde in Bremen geboren. An der Kunstakademie in Düsseldorf studierte er von 1889 bis 1893 Landschaftsmalerei und lernte dort unter anderem Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Heinrich Vogeler kennen. Gemeinsam ließen sich die jungen Maler in Worpswede nieder und begründeten damit den Ruhm des Künstlerdorfes, der bis heute anhält. Seit ihrem ersten großen Ausstellungserfolg 1895 im Münchener Glaspalast, der der Gruppe international Anerkennung brachte, zählten die Mitglieder der Worpsweder Vereinigung zu den bekanntesten Malern in Deutschland, und die Künstlerkolonie im Teufelsmoor wurde zum Inbegriff naturalistischer Landschaftsmalerei.

 

Hermine Overbeck-Rohte

Hermine Overbeck-Rohte (1869 – 1937) stammte aus Walsrode. Sie durfte zunächst nicht Kunst studieren, sondern musste Hauswirtschaft und Krankenpflege lernen. Jedoch nahm sie privaten Malunterricht und ließ sich zur Fotografin ausbilden. Erst 1892 konnte sie sich an der Damenakademie in München als Kunststudentin einschreiben. Hier studierte sie vier Jahre lang Landschafts- und Stilllebenmalerei, unter anderem bei der renommierten österreichischen Malerin Tina Blau-Lang. In einer Ausstellung im Münchener Glaspalast im Sommer 1896 sah sie erstmals Werke von Fritz Overbeck. Sie war so begeistert von seinen Arbeiten, dass sie nach Worpswede zog und seine Schülerin wurde.

Das Malerpaar

Das Malerpaar verlobte sich nach nur drei Monaten und heiratete im Jahr darauf. 1898 wurde der Sohn Fritz Theodor geboren, 1903 die Tochter Gerda. Die Familie lebte bis 1905 in Worpswede und zog dann nach „Bröcken bei Vegesack“ im Norden Bremens. Hermine Overbeck-Rohte war an Tuberkulose erkrankt, ihre Gesundheit erforderte den Luftwechsel. Zudem suchte Fritz Overbeck nach neuen Motiven und nach Abgrenzung von der zunehmend als einengend empfundenen Künstlergruppe in Worpswede. In ihrem neuen Zuhause in Vegesack schufen beide Maler zahlreiche Gemälde der dortigen Landschaft sowie vom eigenen Haus und Garten.

Hermine Overbeck-Rohte verbrachte 1908/09 fast ein ganzes Jahr im Sanatorium in Davos in der Schweiz, um ihre Tuberkulose auszukurieren. Als sie endlich geheilt nach Hause zurückkehren durfte, blieben dem Malerpaar jedoch nur noch drei gemeinsame Tage: Im Juni 1909 starb Fritz Overbeck im Alter von nur 39 Jahren überraschend an einem Hirnschlag.

Hermine Overbeck-Rohte setzte sich nach dem frühen Tod ihres Mannes vor allem für sein Andenken ein, organisierte Ausstellungen seiner Bilder und nahm sich dabei selbst künstlerisch zurück. Ihre eigenen Werke hat sie zu Lebzeiten nie öffentlich gezeigt. Erst als Hermine Overbeck-Rohte im Alter von 68 Jahren an den Folgen eines Autounfalls starb, fand man ihre Bilder: über 200 Studien, verborgen im Atelier ihres Mannes.

 

Die Gründung

Das Overbeck-Museum wurde 1990 von Gertrud Overbeck, der Enkelin des Malerpaares, gegründet und anschließend von ihr persönlich 17 Jahre lang geleitet. Es erwächst damit aus einer Tradition der Nachlasspflege innerhalb der Familie Overbeck: Nach dem frühen Tod Fritz Overbecks hatte zunächst seine Witwe diese Aufgabe übernommen, später wurde sie von deren Kindern fortgeführt. Durch das Wirken der Enkelin wurde ein Großteil des künstlerischen Nachlasses in eine Stiftung überführt und wird seitdem in regelmäßigen Ausstellungen im Overbeck-Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Standort

Nach ersten Überlegungen, das Overbeck-Museum in Worpswede anzusiedeln, wo die künstlerische Laufbahn von Fritz und Hermine Overbeck begann, wurde es schließlich in Bremen-Vegesack eröffnet, wohin das Künstlerpaar im Jahr 1905 gezogen war. Es ist damit das einzige Museum im Bremer Stadtgebiet, das einem der Gründerväter der Künstlerkolonie Worpswede gewidmet ist. Das Wohnhaus des Malerpaares befindet sich ganz in der Nähe. Es wurde nach dem Tod der beiden Maler zunächst von der Tochter und dann von der Enkelin bewohnt und befindet sich bis heute im Besitz der Familie Overbeck.

Die Leitung

2007 übernahm Dr. Friederike Daugelat die Leitung des Overbeck-Museums, im gleichen Jahr wurde der Förderverein „Freunde des Overbeck-Museums e.V.“ Mitgesellschafter der Kulturbüro Bremen Nord gGmbH. Das Overbeck-Museum bildet so gemeinsam mit dem KITO, dem Kulturbahnhof und dem Gustav-Heinemann-Bürgerhaus einen Zusammenschluss kultureller und soziokultureller Einrichtungen im Bremer Norden.

Seit 2011 liegt die Leitung des Overbeck-Museums in den Händen von Dr. Katja Pourshirazi.

Das Alte Packhaus Vegesack

Die Anfänge

Das Overbeck-Museum befindet sich im Alten Packhaus Vegesack, dem ältesten und größten erhaltenen Packhaus Bremens. Im historischen Ortskern in der Alten Hafenstraße gelegen, zählt es zu den heute denkmalgeschützten Gebäuden in unmittelbarer Nachbarschaft des Vegesacker Hafens. Erbaut um das Jahr 1622, war der Vegesacker Hafen rund 200 Jahre lang ein zentraler Stützpunkt für den Wal- und Heringsfang und gilt als ältester künstlich angelegter Hafen Deutschlands.

Erweiterungen

Das Alte Packhaus Vegesack wurde zur Zeit der Hafengründung um 1622 erbaut. Hier wurden Waren vor ihrem Weitertransport gelagert. Zunächst zweigeschossig und mit halb so großer Grundfläche wie heute, kam es durch Erweiterungen im 18. und 19. Jahrhundert zu seiner heutigen Form mit drei Vollgeschossen plus Dachgeschoss, bei einer Länge von 38 Metern, mehr als 10 Metern Breite und einer Firsthöhe von mehr als 16 Metern. Der markante Giebel für den Lastenaufzug stammt aus dem Jahr 1899.

 

Das KITO

Auch das barocke Sandsteinportal wurde nachträglich hinzugefügt, wie der Datumsstein „Anno 1758“ dokumentiert. Zu den seit 1800 in dem Gebäude ansässigen Firmen gehörten unter anderem eine Bierbrauerei, eine Schiffsbrotbäckerei, ein Kolonialwarengeschäft und eine Kartonagenfabrik. Von letzterer leitet sich die Bezeichnung „KITO“ für das Gebäude ab, da die Kartonagenfabrik im Volksmund „Kistentod“ genannt und zu „KiTo“ abgekürzt wurde.

Das Museumsgütesiegel

Museumsgütesiegel 2019 bis 2025

Das Overbeck-Museum ist, im doppelten Wortsinn, ausgezeichnet. Als drittes Museum in Bremen – nach dem Gerhard Marcks Haus und dem Focke-Museum – erhielt es 2019 das Museumsgütesiegel, das jährlich vom Museumsverband Niedersachsen und Bremen (MVNB) zusammen mit dem Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung verliehen wird.

Für seine Bewerbung um das Gütesiegel, das die Einhaltung internationaler Museumsstandards bescheinigt, hat sich das Overbeck-Museum einer intensiven Evaluation unterzogen. Alle Arbeitsbereiche kamen auf den Prüfstand: Ausstellungstätigkeit, Forschung und Museumspädagogik, Sammlungspflege, Stand der Digitalisierung, Pressearbeit, Finanzen und Verwaltung, Barrierefreiheit und Besucherservice. Fachliche Beratung und Weiterbildungen unterstützten den Prozess.

Das Museumsgütesiegel wird jeweils für sieben Jahre verliehen. Nach Ablauf dieser Zeit muss sich das Museum für eine Rezertifizierung einer erneuten Evaluation unterziehen.

Das Overbeck-Museum wird gefördert von:

Logo der Karin und Uwe Hollweg Stiftung
Logo der Heinz und Ilse Bühnen-Stiftung
Logo der Waldemar Koch Stiftung
Logo der Waldemar Koch Stiftung

Willy Lamotte Stiftung

Logo der Bremer Schuloffensive